Das Spielfeld wechselte. Zeitweise spielte man auf dem alten Viehanger (gegenüber Kaufhaus Weidacher) oder auf einem Platz in der Nähe der Chiemseebahn, da wo etwa heute der Sportplatz (heute aber nicht mehr der Sportplatz, sondern die Marktresidenz) liegt. Teilweise musste man auf gerade abgeräumte Wiesen ausweichen.
Die Mannschaft war gut und auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. In den 30-erJahren verlagerte sich der Spielbetrieb zunehmend auf die Jugendmannschaften. Eine Folge der Zeitepoche. Zu dieser Zeit wird als Fußballplatz die Schleifferwiese und auch die Pfarrerwiese genannt. Alois Mehlhart war zu dieser Zeit Trainer und Betreuer der Jugendmannschaft. In dieser Mannschaft standen Spieler wie Hans Furtner, Koch Sepp, Bumann Franz, Kelz Adi, Seidl Sepp, Schuller Konrad, Mittermeier E., Reischl F., Falter Max, Blaser A ., Haumeier A., Kreißl Max, Vogler Helmuth, also Namen von Sportlern, von denen sich einige nach dem 2. Weltkrieg um den Aufbau des Priener Fußballs Verdienste erworben haben. Dann kam der Krieg und auch die Priener Fußballer mussten ihre Sportkleidung mit der Uniform tauschen. Viele von Ihnen mussten ihr Leben lassen. Während des Krieges wurde naturgemäß nur von Jugendmannschaften Fußball gespielt. Je länger der Krieg dauerte, desto mehr erlahmte der Spielbetrieb, bis er schließlich ganz zum Erliegen kam.
In der Stunde Null war für den Sport kein Platz mehr.
Der Krieg war zu Ende. Ströme von Flüchtlingen und entlassenen Soldaten überfluteten auch den Chiemgau. Prien blieb von dieser Entwicklung natürlich nicht verschont. Aber in diesem Chaos von Not und Elend begann sogleich das Leben zu keimen. Diejenigen, die überlebt hatten, begannen sofort wieder, sich ein neues Leben einzurichten. Gerade in dieser Zeit zeigte sich, wie völkerverbindend der Sport sein kann. Kein Wunder, dass sich gleich nach Kriegsende, in einer Zeit, da die meisten Menschen schwere Sorgen bedrückten, junge Männer aus aller Herren Länder auch in Prien ihr gemeinsames Interesse am Fußballspielen entdeckten. Einen Sportplatz gab es allerdings bei uns nicht. Im Eichental spielten die amerikanischen GI's Basketball. In der Vereinsturnhalle am Friedhofsweg hatte sich die Baywa eingenistet. Man erkor die Schleifferwiese, da etwa, wo heute das Hotel Wagner steht, zum Fußballplatz. Als Ausweichplatz diente von Fall zu Fall die Pfarrerwiesen. Die Tore wurden zusammengezimmert und vor jedem Spiel auf- und nachher wieder abgebaut. Denn das Brennholz war damals knapp! Als Tornetze wurden alte Tarnnetze der Wehrmacht über die Torbalken gehängt.
Es ist erstaunlich, dass bereits am 2. September 1945 auf der Schleifferwiese das "Eröffnungsspiel" gegen den FC Halfing ausgetragen wurde, das der FC Prien, wie sich die Priener Fußballer damals nannten, mit 4:2 Toren gewann.
Damit war der Anfang gemacht! Von da an wurde jeden Sonntag ein Spiel ausgetragen. Der Chronist berichtet, dass man im 2. Spiel gleich gegen "Ungarn" spielte. Gemeint war eine Mannschaft, die sich aus Spielern rekrutierte, die von der damaligen "UNNRA" betreut, in den Priener Hotels lebten. Man wird wohl nur mit einem Schmunzeln behaupten können, dass die Priener Fußballer einmal bereits Ungarn mit 5:3 schlugen, nämlich am 9.9.1945.

Meistermannschaft FC Prien am 14.6.1946
von links: Koch Sepp, Schneider, Gamon, Zipfer Franz, Braun, Handrick Günter, Ritter Dornhecker, Seidl Sepp; kniend: Stumbo, Warenau, Winzösch.
Nachdem man zunächst nur Freundschaftsspiele gegen den damaligen ASV Rosenheim (heute = 1860 Rosenheim), gegen Freilassing und Traunstein und immer wieder Halfing bestritt, wurde es dann ernst: Bereits am 17.3.1946 wurde in Punktspielen um die Inn-Chiem-Kreismeisterschaft gespielt und zwar in der III. Ligaklasse. Der erste Gegner: wieder der FC Halfing, der auf eigenem Platz mit 9:2 unter die Räder kam. Prien spielte damals in der Aufstellung: Wargenau, Stumbo, Schroll, Gamon, Ritter, Zipfer Franz, Seidel Sepp , Schneider, Handrick Günter, Wachsmann und Koch Sepp. Aus dieser ersten Meisterschaftsrunde ging Prien als Sieger hervor.
Pokalsieger 1946
von links: Mehlhart, Schneider, Cebulla, Ritter, Zipfer Franz, Dornhecker, Seidl , Handrick Günter, Gamon, Braun. kniend: Stumbo, Wargenau, Koch Sepp.
Die Vorstandschaft setzte sich zu dieser Zeit wie folgt zusammen:
1. Vorstand: Alois Mehlhart, 2. Vorstand: Werner Braun, Mannschaftsleiter: Werner Braun, Spielführer: Rudi Gamon. Am 4.8.1946 wurde der FC Prien auch noch Pokalsieger der Ligaklasse III. In der Pokalsiegermannschaft standen außerdem noch Erich Cebulla und Karl Dornhecker. Am 26.8.1946 verstarb der hervorragende Priener Flügelstürmer, der allseits beliebte Seidl Sepp infolge eines Unglücksfalles.
In der II. Liga im Spieljahr 1946/47 belegte Prien einen 6. Platz. Als Vorstand des FC Prien fungierte damals der Molkereibesitzer Erich Weise.
Er wurde abgelöst von Hans Erhard. Der FC Prien, der sich zu dieser Zeit dem von der Militärregierung inzwischen wieder zugelassenen TuS Prien als eigene Abteilung anschloss, spielte seit dem Spieljahr 1947/48 in der damals neu gegründeten A-Klasse. In der eingeschobenen Frühjahrsrunde des Jahres 1949 errang der TuS Prien mit seiner Fußballmannschaft die Meisterschaft, nachdem er sich in der A-Klasse vorher recht gut geschlagen hatte. Einer der Höhepunkte der Priener Fußballgeschichte war zweifellos die Erringung der A-Klassenmeisterschaft im Spieljahr 1949/50! Zu dieser Zeit herrschte in Prien so etwas wie eine Fußballhochstimmung. Die Meister-Mannschaft spielte damals hauptsächlich in der Aufstellung: Hieke, Piechatschek, Koch, Zipfer Jänicke, Gsella, Slabon, Klein, Handrick Günther, Dornhecker, Meixner Das bedeutete erstmals den Aufstieg in die damalige 2. Amateurliga.

A-Klassenmeister 1949/50
von links: Klein, Slabon, Handrick G., Jänicke, Dornhecker, Zipfer F., Hippmann, Gsella, Meixner, Summerer. kniend: Piechatschek, Hieke, Koch Sepp.

von links: Krebs, Slabon, Müller, Dr. Walz, Schneider, Handrick G., Jänicke, Zipfer F., Gamon, Meixner, Summerer, Abt.-L. Erhard
Ein Problem war zu dieser Zeit noch immer der Sportplatz. Von der Schleifferwiese war man längst verzogen und hatte sich in Osternach, auf der Wiese neben dem heutigen Kinderheim "Marquette" niedergelassen. Die Verhältnisse waren äußerst dürftig. Aber die Begeisterung war immer groß. Von da zog man weiter auf den trockeneren Flugplatz. Das erste Fußballfeld entstand hier vor den Flughallen. Der Flugbetrieb ruhte damals noch vollständig. Später verlegte man den Fußballplatz direkt auf das Rollfeld. Das war tatsächlich eher als Landebahn für Flugzeuge geeignet, denn zum Fußballspielen. Aus den scharfkantigen Steinen schaute spärlicher Graswuchs hervor. Beim Anblick dieser Anlage verließ so manchen Gegner der letzte Rest von Mut, in Prien zu spielen.
Auf diesem Platz, den man sich dann jahrelang mit den Fliegern teilen musste, wurde bis zur Fertigstellung des heutigen Sportplatzes im Jahre 1956 der Spielbetrieb der Fußballer abgewickelt.
Es gab seit dem Wiederbeginn nach Kriegsende natürlich nicht nur eine 1. Mannschaft von der hier berichtet wurde. Die Fußballbegeisterung war in Prien damals dermaßen groß, dass es Schülermannschaften, eine 1. und 2. Jugendmannschaft und eine Reservemannschaft gab. Der Spielbetrieb war enorm. In den ersten Nachkriegsjahren war man bei Auswärtsspielen auf den Transport mit einem Holzgaser-LKW angewiesen. Jede Fahrt zu einem Auswärtsspiel war ein Abenteuer! Die Jugendmannschaften mussten in der Regel mit der Bundesbahn fahren. Zu einem Spiel nach Brannenburg musste man am Sonntag bereits um 7 Uhr früh in Prien losfahren. Das Spiel fand um 13 Uhr statt. Rückkunft um 19 Uhr. Andere Möglichkeiten gab es nicht. Wir haben es überstanden und haben alle gern gespielt. Die Jugendarbeit wurde damals jedenfalls groß geschrieben. Nur war es damals schwer, in der ersten Mannschaft eingesetzt zu werden, nachdem diese so gut besetzt war. Dafür haben die Priener Reservemannschaften auch damals in ihren Gruppen immer eine dominierende Rolle gespielt.
Und nun zurück zum Spieljahr 1950/51. In der II. Amateur Liga hatten es die Priener mit namhaften Münchner Vereinen, sowie aus der Nachbarschaft mit dem FC Traunstein und 1860 Rosenheim und der FA Trostberg, nur um einige zum nennen, zu tun. Es wurde ein schweres Jahr für unsere Fußballer! Auch die Verpflichtung eines neuen Trainers konnte den Abstieg zurück in die A-Klasse nicht verhindern. Zu groß war die Übermacht der Gegner! In der Generalversammlung der Fußballabteilung am 16. Mai 1951 trat Hans Erhard als Abteilungsleiter zurück. Sein Nachfolger wurde der Priener Metzgermeister Toni Schönhuber. In dieser Versammlung wurde erstmals der Ruf nach einem den damaligen Bedürfnissen entsprechenden Sportheim und einem neuen Sportplatz laut. Der anwesende Bürgermeister Fichtl versprach die Unterstützung der Gemeinde. Bereits am 31.5.1951 war in der Tageszeitung über die Beratung dieser Frage im Priener Gemeinderat zu lesen. Aber auch die Segelflieger spürten zu dieser Zeit wieder Aufwind, so dass die Entscheidung über die Sportplatzfrage drängte.
Die 1. Mannschaft spielte im Spieljahr 1951/52 also wieder in der A-Klasse. Lange Zeit Tabellenführer, belegte sie bei Schluss der Punktrunde noch einen guten vorderen Platz.
Der Bau des Sportheimes wurde nun mit aller Kraft betrieben. Hierbei ging die Initiative vor allem von der Fußballabteilung aus, der es letztlich zu danken war, dass tatsächlich ein Sportheim geschaffen werden konnte, das allen Priener Sportlern zur Verfügung stehen sollte.
In der Generalversammlung der Fußballabteilung vom 10.7.1952 trat Toni Schönhuber vom Amt des Abteilungsleiters zurück. Hans Summerer wurde neuer Abteilungsleiter.
Kernpunkt dieser Versammlung aber war der Bericht über den Bau des neuen Sportheimes, der kurz vor der Vollendung stand. In diesem Zusammenhang wurde vor allem der Einsatz der Herren Toni Schönhuber, Summerer, Imbiehl, Seiffert und Mehlhart, um nur einige zu nennen, für den Bau des Sportheimes, besonders lobend erwähnt.
Die Sportheimeinweihung fand schließlich am 17.8.1952 in einer würdigen Feier statt.
Das Spieljahr 1952/53 sah die Priener Fußballer wieder in der A-Klasse. Diese konnte nicht gehalten werden und erstmals rutschte die 1. Mannschaft in die B-Klasse ab. Gleichzeitig wurde die Reservemannschaft Meister ihrer Klasse. Ein schwacher Trost. Nicht zuletzt durch die Verpflichtung des Trainers Wolf, der gleichzeitig den FC Traunstein trainierte, zeigte sich die 1. Mannschaft in der B-Klasse in einer hervorragenden Verfassung. Mit nur drei Minuspunkten wurde sie sofort B-Klassenmeister und verlor von den vier Aufstiegsspielen nur eines, so dass der Aufstieg in die A-Klasse nach einem Jahr Abwesenheit wieder gesichert war. Der damaligen Meistermannschaft standen folgende Spieler zur Verfügung: Schwab, Bogner, Glaser, Jänicke, Koch, Wissmann, Piechatschek, Gsella, Blaser, Röckl, Kropf, Pfliegl, Mank, Getto, Lenhardt, Gall. Haberstock und Moehrke.

B-Klassenmeister 1953/54
von links: Mehlhart, Jänicke, Pfliegl, Mank, Getto, Lenhart K. Piechatschek, Gall, Gsella, Krebs, Summerer . kniend: Röckl, Schwab, Koch Sepp.
Erwähnenswert scheint noch das "Nachtspiel" FC Traunstein - TuS Prien in Traunstein am 21.10.1953 zu sein. Es war dies das erste Fußballspiel in Süddeutschland, das unter "Scheinwerferbeleuchtung" ausgetragen wurde. Traunstein gewann 4: 3.
Im Spieljahr 1954/55 also die A-Klasse mit Prien. Hier hatten die Priener ein gewichtiges Wort mitzureden. Sie belegten in der Endabrechnung wieder einen der vorderen Plätze.
Das Spieljahr 1955/56 sollte wieder einmal die Priener Fußballer als A-Klassenmeister sehen. Nachdem auch die Aufstiegsspiele bestanden wurden, hat sich Prien zum 2. Male für die II . Amateurliga qualifiziert. Diese Meistermannschaft spielte in der Hauptsache mit: Glaser, Röckl, Lenhardt K., Pfliegl, Piechatschek, Moehrke, Getto, Mank, Gall, Brückl, Zobel, Haberstock, Ullrich.
Spieljahr 1956/57. Prien ist wieder in der II. Amateurliga.
In der Generalversammlung vom 4.7.1956 erklärte Hans Summerer seinen Rücktritt als Abteilungsleiter. Die Neuwahlen ergaben als 1. Vorsitzenden der Abteilung Dr. Fritz Ihm und als dessen Stellvertreter Alois Mehlhart. Die erste Mannschaft konnte nur mit Glück den Abstieg vermeiden. Die II. Amateurliga wurde aufgestockt. Somit braucht Prien nicht abzusteigen.

A-Klassenmeister 1956
von links: Summerer, Krebs, Pfliegl, Mank, Ullrich, Piechatschek, Moehrke, Brückl, Haberstock Zobel, Mehlhart; kniend: Lenhard K., Glaser, Röckl.
In der Generalversammlung vom 8.5.1957 legte Dr. Fritz Ihm sein Amt als Abteilungsleiter nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Hans Kloiber gewählt.
Die Priener spielten mit wechselndem Erfolg in diesem Spieljahr. Bereits am 13.11.1957 fand eine außerordentliche Generalversammlung der Fußballabteilung statt. Hans Kloiber stellte sein Amt als Abteilungsleiter zur Verfügung. Neuer Abteilungsleiter: Hans Summerer. Stellvertreter bleibt Alois Mehlhart. Der TuS Prien kann in der Saison 1957/58 den Abstieg aus der II. Amateurliga nicht abwenden. Der Weg zurück in die A-Klasse ist besiegelt. In der Generalversammlung wird Hans Summerer in seinem Amt bestätigt. Hans Krebs wird sein Stellvertreter, nachdem Alois Mehlhart zurücktrat.
Dass sich der rasche Wechsel in der Führung der Abteilung nur zum Nachteil auswachsen konnte, liegt auf der Hand.
Die Jugendarbeit wird nunmehr, offensichtlich sehr spät, forciert. Die Spielstärke der 1. Mannschaft ließ nun merklich nach. Eine Schülermannschaft gab es schon seit etwa 1948 nicht mehr. Karl Strasser aus Raubling wurde als Trainer für die Seniorenmannschaft gewonnen. Die A-Klasse konnte in den 1958/59 und 1959/60 noch gehalten werden Im Jahre 1961 musste die 1. Mannschaft wieder zurück in die B-Klasse.

von links: Gall, Furtner H., Leitner F., Thomas, Gsella. sitzend: Zierer, Kelz A., Schönhuber 0.

Verdiente Funktionäre der Fußballabteilung. (20.4.1963)
von links: Schönhuber Toni, Mehlhart Alois, Summerer Hans, Erhard Hans , Dr. Ihm Fritz, Schönhuber Oskar. Krebs Hans
Wieder war ein Schicksalsjahr für die Fußballabteilung angebrochen.
Die Generalversammlung ergab den endgültigen Rücktritt der gesamten Vorstandschaft. Nur die Bildung einer kommissarischen Vorstandschaft in dieser Versammlung konnte die drohende Auflösung der Abteilung verhindern. Ein schwarzer Tag für den Priener Fußball! Die kommissarische Abteilungsleitung setzte sich zusammen aus den Mitgliedern Rinser, Koch, Thomas, Moehrke, Gsella. Ihr war es vorbehalten, die Abteilung wieder auf feste Füße zu stellen.
Die dann einberufene Mitgliederversammlung der Fußballabteilung brachte die Neuwahlen und mit ihnen Oskar Schönhuber als Abteilungsleiter und Fritz Zierer als seinen Stellvertreter. Schriftführer war Fritz Leitner, Kassier Ferdl Gall. Der Spielausschuss setzte sich zusammen aus Hans Furtner, Adi Kelz und Paul Gsella. Spielführer der 1. Mannschaft war Heini Mank. Paul Gsella blieb weiterhin Jugendtrainer, Josef Thomas blieb Betreuer der Jugend.
Spielerisch hatten die Seniorenmannschaften einen Tiefpunkt, der damit endete, dass die 1. Mannschaft nach 2 Jahren B-Klassenzugehörigkeit nach dem Spieljahr 1962/63 erstmals in ihrer Geschichte in die C-Klasse absteigen musste.
Die Überalterung der Mannschaft, aber auch die Gründung von neuen Fußballvereinen in der Umgebung von Prien (Aschau, Frasdorf etc.), die eine Abwanderung von guten Spielern zur Folge hatte, bedeuteten einen Aderlass, der nicht zu stillen war. Damit war Prien zur Bedeutungslosigkeit im Fußball verurteilt.
Aber die damalige Jugendmannschaft machte bereits von sich reden! Sie wurde im Spieljahr 1963 nur einmal geschlagen hinter Eggstätt Vizemeister. Das ließ hoffen! Im 2. C-Klassenjahr 1964/65 konnte dann endlich die 1. Mannschaft durch die Jugendspieler verstärkt werden.

Jugendmannschaft 1963 von links: Zenz, Rohnke, Eckart, Büttner, R. Angermann. kniend: Mayer J., Perl, Gregori, Schuster G., Thomas, Dinauer.
Vorher hatte es im Jahre 1963 nochmals einen Vorstandswechsel gegeben. Oskar Schönhuber hatte seinen Abteilungsleiterstuhl für Fritz Zierer freigemacht. Im Jahre 1964 hatte die Fußballabteilung den Tod zweier Vorstandsmitglieder zu beklagen: Adi Kelz und Fritz Zierer erlagen beide einem heimtückischen Leiden. Sie dürfen in der Geschichte der Priener Fußballer nicht unerwähnt bleiben.
Das Spieljahr 1964/65 hingegen wurde zu einem einzigen Triumphzug durch die C-Klasse. Nach nur einem verlorenen Spiel und einem Torverhältnis von 96:8 wurde Prien C-Klassenmeister. Die Mannschaft spielte mit: Hömmerich, Spiel, Kraus Werner und Kraus Dieter, Piechatschek, Mank, Perl, Maier I und II, Rohnke Thomas, Eckart, Deiss, Markewitz, Rinser, Gregori, Wiesner. Trainer war Paul Gsella, Betreuer Josef Thomas und das Stammlokal war das "Muggi", wo gerade die "Jupiters" als Hauskapelle für Schwung sorgten.

C-Klassenmeister 1965
von links: Trainer Gsella, Thomas, Rinser, Kraus D., Maier Max, Eckart, Rohnke, Abt.-L. Schönhuber. kniend: Deiss, Kraus W., Hömmerich, Markewitz, Mank
Fußballerische Leckerbissen waren zu dieser Zeit die Spiele gegen die Oberligisten aus Reutlingen. Auch das 2:2 der Jugendmannschaft im Jahre 1963 in Salzburg gegen die 1. Jugend des Staatsligisten Austria Salzburg im ausverkauften Austria-Stadion als Vorspiel der Begegnung Austria Salzburg gegen Spartak Prag darf hier nicht unerwähnt bleiben.
Ein weiterer Höhepunkt war das Treffen gegen die Propa-Mannschaft mit Fritz Walter und Robert Schlienz sowie mehreren Ex-Oberligaspielern des SSV Reutlingen. Die Propa-Mannschaft siegte vor ca. 2.000 Zuschauern mit 2:0.
In der Generalversammlung vom 9.7.1965 übernahm Michael Mösslang die Abteilungsleitung, Oskar Schönhuber, der nach dem Tode von Fritz Zierer die Abteilung als 2. Abteilungsleiter leitete, blieb auch Stellvertreter. In dieser Generalversammlung wurde auf Initiative von Michael Mösslang beschlossen, in Prien endlich wieder eine Schülermannschaft aufzustellen. Schülermannschaften waren damals noch eine Rarität.

Schülermannschaft 1968
von links: Trainer Gsella, Bernhartseder, Schuster Sepp, Häringer, Kunz, Petke, Betreuer Heinz Hans sen. . kniend: Gall, Huber, Schlemer Raimund, Heinz, Jänicke, Huber Klaus.
Der Versuch, im 1. B-Klassenspieljahr 1965/66 gleich wieder die A-Klasse zu erreichen, scheiterte. Die Saison war zu schwer. Prien belegte einen hervorragenden 3. Platz in der Tabelle der B-Klasse.
Dieses Ziel ließ sich auch nicht im Spieljahr 1966/67 erreichen. Der hier erreichte 7. Tabellenplatz war in dieser schweren Klasse doch noch beachtlich, wenngleich damals ein Platz unter den ersten 5 zum Aufstieg gereicht hätte. Die A-Klasse wurde damals aufgestockt. Schade.
Durch Spielerabwanderungen wurde die Mannschaft geschwächt. Vlado Dugum übernahm das Training der Senioren Mannschaften. Werner Kraus trainierte Jugend und Paul Gsella nahm sich der Schüler an. Der Nachschub aus der Jugend war zu dieser Zeit zu schwach, um die Lücken in der 1. Mannschaft aufzufüllen und die Spielstärke zu heben.
Auch Experimente mit an sich guten auswärtigen Spielern schlugen fehl.
Überall im Land wurden zu dieser Zeit neue Fußballvereine gegründet. Die Fußballabteilung erlebte einen starken Aderlass an guten Jugend- und Seniorenspielern. Das Freizeitangebot in Prien wurde zusehends reichhaltiger. Die 1. Mannschaft kämpfte unter dem Trainer Dugum verbissen gegen den Abstieg aus der B-Klasse.
In der Jahreshauptversammlung 1973 trat Michael Mösslang als Abteilungsleiter zurück. Sein Nachfolger wurde Georg Dingler mit seinem Vertreter Christian Ass. Der Rosenheimer Sepp Niedermayer übernahm nunmehr als Spielertrainer das Training der Senioren Mannschaften . Nach einem Jahr schied auch er aus und nach der Saison 1974/75 war der Abstieg in die C-Klasse besiegelt.
Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung spielt auch heute noch in der C-Klasse und nimmt dort einen der hinteren Ränge ein.
Und das im Jubiläumsjahr des Vereins !

Schülermannschaft 1978 von links nach rechts, hinten: Trainer Slabon, Pelzl, Schraml, Deiss, Faller, Heerdegen; vorne: Jell, Möderl, Niederschweiberer, Estermann, Meier, Stockmeier, Klein.
Aber der Neuaufbau hat schon begonnen! Die Abteilung kann auf die stolze Zahl von 120 Kindern und Jugendlichen verweisen, die aktiv Fußball spielen. Ein neuer Anfang?
Die 2. Mannschaft steht derzeit auf dem 1. Platz ihrer Spiel Gruppe. Ihr winkt eine Meisterschaft.
Diese Darstellung der Geschichte des Fußballsports in Prien erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zu groß ist der Zeitraum und zu spärlich die Überlieferungen aus bestimmten Zeiträumen. Eine Würdigung von Geschehnissen und Personen sollte hier nicht vorgenommen werden. Sollte es passiert sein, dass der eine oder andere Name nicht oder in einem nicht ganz richtigen Zusammenhang erwähnt wurde, dann wird um Nachsicht gebeten.
Der Chronist


